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Kirchenburg Tartlau - Weltkulturerbe der Menschheit (UNESCO)
Tartlau

Wirtschaft&Gewerbe in Tartlau vor 1945

Von großer Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung in Siebenbürgen und in Tartlau war die Tatsache, daß über all die Jahrhunderte die Verbindung und der rege Austausch mit dem Mutterland nie abriß. So wanderten Handwerksgesellen nach Deutschland und Österreich, studiert wurde ausschließlich außerhalb Siebenbürgens (die erste urkundliche Erwähnung eines Studierenden aus Tartlau in Wien - Conradus Conradi plebanus de Tartla - stammt aus dem Jahr 1385).

Dadurch nahm man auch im fernen Siebenbürgen an allen geistigen Strömungen aber vor allem auch am technischen Fortschritt Zentraleuropas teil.

Geschichtliche Daten

Tartlau wurde schon sehr früh (1377) als wichtige Marktgemeinde anerkannt. Der Bedarf an Gebrauchsgütern wurde weniger in Handelsgeschäften als denn auf den zahlreichen Jahr- und Wochenmärkten in den Städten und Marktgemeinden gedeckt.

Um 1500 bestimmt der Stadtrat von Kronstadt, daß keine Leineweber von einem Dorf, Gesellen und Lehrlinge halten darf. Eine Ausnahme bilden die Leineweber der Märkte Marienburg, Tartlau, Rosenau und Zeiden. Die Lehrjungen der Leineweber aus diesen 4 Märkten müssen eine Lehrzeit von 3 Jahren mitmachen.

Die Schmiedezunft von Kronstadt setzt 1558 für die Schmiedezünfte in Rosenau, Tartlau, Zeiden und Neustadt ein Statut fest, aus dem sich die Bedingungen für Lehrjungen ergeben. Man mußte die sterckt und dass alter der Jungen ansehen. Wer dabei diglich (tauglich) befunden wurde, zahlte 3 Gulden Lehrgeld und mußte 3 Jahre das Handwerk lernen. Söhne von Meistern mußten nur die halbe Lehrzeit mitmachen.

Im 19. Jahrhundert erleben Handwerk und Industrie einen beachtlichen Aufschwung. Papierfabrik und Spiritusfabrik werden in Betrieb genommen, das Kleingewerbe blüht auf: Tischler, Schuster, Schneider, Wagner, Schlosser, Spengler, Schmiede, Maurer, Zimmerleute, Bäcker, Gerber, alles ist vor Ort zu finden.

Weiterhin gibt es in Tartlau dreiMühlen: eine kleine mit einem Sägewerk verbundene Kunstmühle, eine Kunstmühle mit Turbinenbetrieb und ein Elektrizitätswerk.

Autor: Gottfried D. OrendiQuelle: Werner SchunnErstellungsdatum: 30. Juni. 2008