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Kirchenburg Tartlau - Weltkulturerbe der Menschheit (UNESCO)
Kirchenburg

Die »Heilig Kreuz« Kirche Tartlau

Die Tartlauer Kirche »Zur Auffindung des Heiligen Kreuzes« zeichnet sich durch Besonderheiten aus, die sich aus der speziellen Bau- und Ortsgeschichte erklären: Der Deutsche Ritterorden hat in den Jahren vor 1225 die Grundmauern in Form eines (gleicharmigen) griechischen Kreuzes gelegt. Der Zisterzienser Mönchsorden hat darauf aufbauend, eine gotische Kirche fertiggestellt.

Kreuzkirche Tartlau - Gesamtansicht, Quelle: Hermann Fabini

Die Grundsteinlegung – in Form eines griechischen Kreuzes – erfolgte durch den Deutschen Ritterorden vor 1225 (dem Jahr seiner Vertreibung durch König Andreas II.), der zu dieser Zeit das Burzenland besiedelte. Die bis in eine Höhe von 3m aus Stein gefügten Mauern bestätigen diese Annahme.

Nirgendwo gibt es eine Zisterzienserkirche mit Anlageplan in Gestalt eines gleicharmigen griechischen Kreuzes. Dieser Baugedanke ist eindeutig auf die Deutschritter zurückzuführen, die ihn aus Syrien mitgebracht haben – in der byzantinischen Baukunst war dieser Grundtypus seit dem 7. Jahrhundert ausgebildet und im Bereich der Ostkirche weit verbreitet. In Siebenbürgen ist kein vergleichbares Beispiel zu finden, in Deutschland nur einige wenige.

Kirchenburg Tartlau - Grundriss, Quelle: Baudenkmäler in Siebenbürgen, Heft 17

Obwohl der Ritterorden die Kirche nicht fertig bauen konnte, ist die Verwandschaft der Kirche mit den byzantinischen Kreuzkuppelkirchen nicht zu übersehen. Und das, obwohl der Zisterzienser Mönchsorden den Bau im Stile der Frühgotik weiterführte und trotz aller späteren Ergänzungen und Umbauten, von denen die 1512-1515 erfolgte Verlängerung des Westkreuzarms, durch die die Kirche die Form eines Lateinischen Kreuzes erhielt, am meisten in die Grunstruktur eingriff.

Und hier liegt auch die Einzigartigkeit des Baus, in dem zwei völlig unterschiedliche kunstgeschichtliche Ströme an der Nahtstelle zwischen abend- und morgenländischem Christentum zusammenfließen und ein harmonisches Ganzes ergeben.

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Die aus je zwei quadratischen Jochen mit dreiseitigem Abschluß gebildeten Kreuzarme schließen an die zentrale quadratische Vierung an und tragen die für die Zisterziensergotik typischen sechsteiligen Gewölbe, deren rohbaubehauenen Steinrippen von Konsolen aufstreben. Dies wurde in gleicher Weise wie in der Kerzer Abtei angewendet, dem Sitz des Ordens in Siebenbürgen. Tartlau war der erste Ableger des Ordens.

An der Kirche sind weitere typische Merkmale des frühgotischen Baustils zu finden: zwei schmale Spitzbogenfenster in der Ostwand, Radfenster mit Vierpaßdurchbruch in den rundbogigen Wandlünetten des Gewölbes.

Bei der Verlängerung des Westarms der Kirche erhielt dieser dabei auch ein mit Tonrippennetz überzogenes Tonnengewölbe.

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Autor: Gottfried D. OrendiQuelle: unbekanntErstellungsdatum: 30. Juni. 2008